Kosten & Budget

Was kostet Influencer-Marketing?
Preise und Budget 2026

Von Soufiane TarazzitAktualisiert am 15. Oktober 202610 Min. Lesezeit

Was kostet ein Influencer, wie viel Budget brauchst du für den Start und wie viel davon kommt beim Creator an? Hier sind die aktuellen Preise für den DACH-Raum, eine einfache Rechenformel und die Fragen, die du jeder Agentur stellen solltest.

Das Wichtigste in Kürze
  • Micro-Creator (10.000 bis 100.000 Follower) kosten meist 800 bis 3.000 € pro Paket.
  • Fairer als Follower ist der TKP: nach Verhandlung meist 15 bis 35 € pro 1.000 Views auf Instagram und TikTok.
  • Nutzungsrechte kosten 20 bis 50 % extra, Exklusivität 30 bis 100 %.
  • Für einen ersten Test reichen 3.000 bis 10.000 € Creator-Budget über mindestens drei Monate.
  • Frag jede Agentur, wie viel vom Budget beim Creator ankommt.

Was kostet ein Creator? Die Preise 2026

Die ehrliche Antwort zuerst: Es gibt keine Preisliste, an die sich alle halten. Zwei Accounts mit gleich vielen Followern können für dieselbe Leistung 800 € oder 2.400 € verlangen. Trotzdem gibt es Spannen, an denen du dich orientieren kannst. Für den deutschsprachigen Markt sieht das 2026 grob so aus:

Creator-StufeFollowerTypischer Preis
Nano1.000 bis 10.00025 bis 250 € pro Posting
Micro10.000 bis 100.000800 bis 3.000 € pro Paket aus Stories, Post oder Reel
Macro100.000 bis 1 Mio.3.000 bis 25.000 € pro Kampagne
Megaüber 1 Mio.25.000 bis 120.000 € und mehr pro Kampagne
Richtwerte nach Kolsquare (2026). Einzelpreise können deutlich abweichen.

Die alte Faustregel „100 € pro 10.000 Follower“ hilft heute kaum noch. Follower sagen wenig darüber, wie viele Menschen einen Beitrag wirklich sehen. Deutlich fairer ist es, in Views zu rechnen.

Besser rechnen: Der TKP statt der Followerzahl

Der TKP (Tausend-Kontakt-Preis) zeigt, was dich 1.000 Views kosten. So kannst du Creator unterschiedlicher Größe direkt vergleichen.

TKP = Honorar ÷ Views × 1.000

Beispiel: Ein Creator verlangt 1.200 € für ein Reel, das im Schnitt 48.000 Views erreicht. Der TKP liegt bei 25 €. Aktuelle Richtwerte für Deutschland:

FormatÜblicher TKP
Instagram Post15 bis 25 €
Instagram Story20 bis 50 €
Instagram Reel / TikTok-Video15 bis 35 €
YouTube-Integration (Teil eines Videos)40 bis 70 €
Eigenes YouTube-Video (Dedicated)80 bis 130 €
Durchschnittswerte nach Verhandlung aus unseren Kooperationen (Stand 2026). Listenpreise liegen oft höher.
Unser TippFrag Creator immer nach den durchschnittlichen Views der letzten 10 bis 15 Beiträge, am besten als Screenshot aus den Insights. Einzelne virale Videos verzerren das Bild.

Nur Views aus dem DACH-Raum zählen

Verkaufst du nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bringen dir Views aus anderen Ländern wenig. Schau deshalb in die Länderverteilung der Insights und rechne den TKP nur auf den DACH-Anteil.

Beispiel: Ein Reel erreicht im Schnitt 20.000 Views, 80 % davon aus dem DACH-Raum. Relevant sind also 16.000 Views. Bei einem Ziel-TKP von 30 € ist eine Gage um 480 € fair, nicht 600 €.

Nicht nur TKP: Vier Wege, Creator zu bezahlen

Der TKP ist ein guter Prüfstein für faire Preise, aber nicht das einzige Modell. Je nach Ziel rechnen Brands auch nach Klicks, nach Verkäufen oder kombiniert. Jedes Modell hat einen Haken.

ModellSo wird bezahltPasst fürDer Haken
Pauschale, geprüft per TKPFester Betrag pro ContentBekanntheit, planbare BudgetsViews sind nicht garantiert, und der Creator hat keinen direkten Anreiz, zu verkaufen.
CPC, pro Link-KlickBetrag pro Klick auf Link oder Story-StickerShop-Besuche, Anmeldungen, LeadsNeugier-Klicks kaufen oft nicht. Klicks aus Stories und Bio-Links sind nur lückenhaft messbar.
CPA, Provision pro VerkaufProzent oder fester Betrag pro Verkauf, bei Konsumgütern meist 10 bis 25 %E-Commerce mit Shop, der schon gut verkauftGute Creator lehnen reine Provision oft ab. Alles hängt am Tracking und am Zeitfenster der Zuordnung (meist 7 bis 30 Tage).
HybridBasis-Honorar plus Bonus oder ProvisionDie meisten KampagnenNur eine Kennzahl als Bonus-Grundlage festlegen, sonst wird der Vertrag kompliziert.
Max. CPC = Kaufrate × Warenkorb × Deckungsbeitrag in %

Beispiel: Eine Creatorin erreicht mit ihren Stories 20.000 Aufrufe. Erfahrungsgemäß klicken 1 bis 5 % auf den Link, wir rechnen mit 3 %: 600 Klicks. Davon kaufen typischerweise 1 bis 5 %, bei sehr gut passenden Creatorn auch mehr. Das sind 6 bis 30 Bestellungen. Bei 50 € Warenkorb bringt ein Klick also 0,50 bis 2,50 € Umsatz. Bei 50 % Deckungsbeitrag darf ein Klick höchstens 0,25 bis 1,25 € kosten. Wie hoch der faire Klickpreis ist, hängt also vor allem an der Kaufrate.

Unsere EmpfehlungMeist ist Hybrid der beste Weg: ein Basis-Honorar, das du per TKP prüfst und das oft bei 40 bis 60 % der normalen Pauschale liegt, plus 10 bis 25 % Provision auf Verkäufe über den Code. Der Creator hat Planungssicherheit, und du zahlst nur mehr, wenn auch mehr verkauft wird.

Was den Preis nach oben treibt

Das Grundhonorar ist nur ein Teil der Rechnung. Diese Faktoren verändern den Preis spürbar:

  • Nutzungsrechte: Willst du den Content auch als Anzeige oder auf deiner Website nutzen, kommen typischerweise 20 bis 50 % dazu. Mehr dazu im Ratgeber zu Nutzungsrechten.
  • Exklusivität: Darf der Creator für eine Zeit keine Konkurrenz bewerben, sind 30 bis 100 % Aufschlag üblich.
  • Nische und Engagement: Creator mit einer kleinen, sehr kaufkräftigen Community (etwa Finanzen oder B2B) kosten pro View mehr als breite Lifestyle-Accounts.
  • Produktionsaufwand: Ein schnelles Story-Unboxing ist günstiger als ein aufwendig geschnittenes Video mit Drehort.
  • Segment der Brand: Gleiche Reichweite heißt nicht gleicher Preis. Eine junge D2C-Modebrand zahlt für eine Kooperation zum Beispiel 1.500 bis 3.000 €, ein Luxuslabel für dieselbe Reichweite schnell 10.000 bis 15.000 €. Creator kennen diese Unterschiede und preisen sie ein.
  • B2B statt B2C: Im B2B wird mit ganz anderen Auftragsgrößen gerechnet. Eine Story, die im B2C rund 200 € kostet, liegt im B2B schnell beim Zehnfachen.
  • Saison: Vor Black Friday und Weihnachten steigen die Preise, weil alle gleichzeitig buchen.
  • Langfristige Zusammenarbeit: Bei Brand-Ambassador-Deals über mehrere Monate sind Rabatte von 15 % und mehr üblich.

Wie viel Budget du realistisch brauchst

Ehrlich gesagt: Influencer-Marketing lohnt sich nicht für jeden Shop sofort. Sinnvoll wird es ab etwa 50.000 bis 100.000 € Monatsumsatz und einem Budget von 5.000 bis 10.000 € pro Monat. Liegt dein Shop noch bei 20.000 bis 30.000 € im Monat, holst du mit Meta Ads und einem stärkeren Shop meist mehr raus.

Wichtig ist der Zeitraum: Plane drei bis vier Monate ein. So lange braucht ein sauberer Test, um zu sehen, welche Creator für dich verkaufen und welche nicht. Eine einzelne Story verkauft selten viel. Wiederholung baut Vertrauen auf.

Als grobe Regel gilt: Rechne das reine Creator-Honorar mal 1,5 bis 2, dann hast du die Gesamtkosten inklusive Produkten, Versand, Nutzungsrechten, Tools und Betreuung. Viele Brands investieren 10 bis 20 % ihres Marketingbudgets in Influencer-Marketing, D2C- und Beauty-Brands teils deutlich mehr.

Mit unserem Budget-Rechner siehst du in einer Minute, wie viele Kooperationen, Views und Käufe mit deinem Budget realistisch sind.

Creator finden und richtig anfragen

Bevor es ums Geld geht, brauchst du die richtigen Creator. Drei Wege haben sich bewährt:

  • Tools: Datenbanken wie Kolsquare, Modash oder HypeAuditor filtern nach Nische, Land und Zielgruppe.
  • KI: ChatGPT oder Claude liefern schnell eine erste Liste passender Profile, die du anschließend selbst prüfst.
  • Direkt in der App: Such auf Instagram nach #anzeige, #werbung oder #ad in deiner Nische. So findest du Creator, die schon Werbung machen und Kooperationen kennen.

Angefragt wird am besten per E-Mail. Kommt keine Antwort, hak per DM nach. Für eine faire Einschätzung brauchst du vom Creator:

  • Screenshots der Insights der letzten 7 und 30 Tage
  • die Länderverteilung sowie Geschlecht und Alter der Zielgruppe
  • seine Preisvorstellung

Ein Media Kit brauchst du nicht. Es ist meist veraltet, aktuelle Screenshots sind ehrlicher und schneller.

Unser TippAchte darauf, welche Creator von performance-orientierten Brands immer wieder gebucht werden. Das ist eines der stärksten Signale, dass jemand verkauft, auch wenn die Engagement Rate unauffällig ist.

Agentur, Plattform oder selbst machen?

KriteriumSelbst machenPlattformAgentur
KostenPersonal, Tools ab 200 € pro MonatLizenz, oft vierstellig pro MonatHäufig 15 bis 30 % des Budgets oder Pauschale
Aufwand für dichHochMittelGering
Creator-ZugangSelbst aufbauenDatenbankBestehende Kontakte und Erfahrungswerte
Passt fürGroße Teams mit ZeitTeams mit Know-howBrands, die schnell starten wollen

Keine Variante ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, wie viel Zeit und Erfahrung dein Team mitbringt.

Gerade am Anfang kann sich eine Agentur rechnen. Wer ohne Erfahrung startet, verbrennt in den ersten Monaten oft Budget und schreibt den Kanal dann vorschnell ab. Eine erfahrene Agentur kennt Creator, die für ähnliche Shops schon verkauft haben, und erkennt die Signale bei neuen Profilen. Mit diesem Wissen lässt sich später auch ein eigenes Inhouse-Team aufbauen.

Wohin dein Geld bei einer Agentur fließt

Das ist die Frage, die viele Brands nicht zu stellen wagen. Bei klassischen Agenturen ist oft unklar, wie viel vom Budget wirklich beim Creator ankommt. Manche Agenturen kaufen Creator günstig ein und berechnen dir deutlich mehr, ohne das offenzulegen.

Frag deshalb vor jeder Zusammenarbeit:

  • Wie viel bekommt der Creator pro Kooperation?
  • Wie hoch ist die Agenturgebühr, als Prozentsatz oder fester Betrag?
  • Sind Nutzungsrechte, Produkte und Versand inklusive?
  • Bekomme ich Views, Klicks und Verkäufe pro Creator ausgewiesen?

Bei uns fließt dein Kampagnenbudget komplett in die Kampagne, unser Part wird separat abgerechnet. Nach der Kampagne bekommst du eine Auswertung, was jeder Creator gekostet und gebracht hat. Wir finden: Wer seine Marge versteckt, hat meist einen Grund dafür.

Häufige Fragen

Was kostet ein Influencer mit 10.000 Followern?

Rechne mit etwa 150 bis 800 € pro Kooperation, je nach Format, Engagement und Nische. Entscheidender als die Followerzahl sind die tatsächlichen Views. Ein fairer TKP liegt nach Verhandlung meist bei 15 bis 35 €.

Wie frage ich einen Influencer richtig an?

Am besten per E-Mail, ohne Antwort per DM. Frag nach Screenshots der Insights der letzten 7 und 30 Tage mit Länderverteilung, Geschlecht und Alter sowie nach der Preisvorstellung. Ein Media Kit brauchst du nicht.

Lohnt sich Influencer-Marketing für kleine Budgets?

Nur bedingt. Mit 3.000 bis 5.000 € kannst du einzelne Creator testen. Für belastbare Ergebnisse brauchst du aber meist 5.000 bis 10.000 € pro Monat über drei bis vier Monate. Liegt dein Monatsumsatz unter etwa 50.000 €, holst du mit Meta Ads oft mehr raus.

Wie viel verdient eine Influencer-Agentur?

Üblich sind 15 bis 30 % des Kampagnenbudgets oder eine monatliche Pauschale. Manche Agenturen legen ihre Marge nicht offen. Frag deshalb immer, wie viel beim Creator ankommt.

Sind Produkte und Versand im Honorar enthalten?

Meist nicht. Produkte, Versand und eventuell Rücksendungen kommen in der Regel zum Honorar hinzu und sollten im Budget eingeplant werden.

Soufiane Tarazzit

Soufiane Tarazzit
Geschäftsführer bei Golden Vibez, verantwortlich für Strategie & Prozesse. Seit 2022 über 1.700 Influencer-Kooperationen für mehr als 300 Brands.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Zahlen sind Richtwerte und können je nach Branche, Creator und Plattform abweichen.

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